Leben am Northeimer Kirchplatz anno 1510

Das vorhandene Fachwerkhaus aus dem Jahr 1510 am Kirchplatz 8 in Northeim ist zumindest in Südniedersachsen einzigartig. Das Fachwerk ist nach erstem Anschein größtenteils in einem guten Zustand und absolut erhaltenswert und damit instand zu setzen bzw. an Schadstellen zu erneuern. Vorgesehen ist eine Instandsetzung nach den „Baustandards“ des Jahres 1510. Im Gegensatz zum rekonstruierten mittelalterlichen älteren Haus in Nienover ist hier keine Rekonstruktion sondern nur eine Sanierung und Instandsetzung erforderlich.

 

Sanierung nach den Baustandards des 16. Jahrhunderts ergibt als Ergebnis ein Wohnhaus ohne Heizung, Elektroanlagen, Sanitäreinrichtungen und auch ohne verglaste Fenster, natürlich auch ohne heute bei Fachwerkwohnhäusern übliche und oft fachwerkzerstörende Wärmedämmung, sondern ein typisches Wohnhaus des Jahres 1510.

 

Es soll nach der Sanierung nicht bewohnt werden!

 

Das Gebäude liegt in Northeim an einer für die geplante Nutzung optimalen Stelle in direkter Nachbarschaft der St.-Sixti-Kirche und der Stadtmauer und den Wallanlagen, welche die mittelalterliche Befestigung der Stadt Northeim hier direkt erleben lassen.

Im Umfeld befindet sich die Northeimer Fußgängerzone mit Geschäften und Gastronomie und auch das Jugend- und Kulturzentrum „Alte Brauerei“.

Stadtführungen in Northeim beginnen oder enden fast immer in diesem Bereich.

Es ist auch vorgesehen, das Gebäude für kulturelle Nutzung zur Verfügung zu stellen. Kleinkunst, Lesungen, Ausstellungen sind durchaus denkbar.

 

Veranstaltungen wie Workshops, private und geschäftliche Events und eventuell auch sog. „History-Living“ sind möglich.

 

Kooperationen mit dem „Theater der Nacht“ (bereits nachgefragt und sehr interessiert), den Kirchengemeinden in Northeim, besonders der St.-Sixti-Kirche, dem Jugend- und Kulturzentrum „Alte Brauerei“ sowie anderen interessierten Northeimer Einrichtungen und Vereinen werden angestrebt.

 

Geplant ist, das Haus Kirchplatz 8 in Northeim als Beispiel für „Wohnen und Leben“ im Mittelalter des 16. Jahrhunderts im Rahmen der Stadtführungen von Northeim Touristik zu präsentieren. Es wird auch zur zentralen Sehenswürdigkeit im „Fachwerk5Eck“. Eine grundsätzlich museale Nutzung mit Vorträgen und Besichtigungen über „Wohnen und Leben“ im Mittelalter (ohne Rundfunk, Fernsehen, Telefon, Internet, Auto etc.) ist dauerhaft vorgesehen.

Weiterhin soll das Objekt als Anschauungsobjekt für Bildungs- und Fortbildungsmaßnahmen (Kindergärten, Schulen, Handwerk, Meisterschulen, Hochschulen) zur Verfügung stehen.

Zu erklären, dass ein Fachwerkhaus das beste Beispiel für ökologischen und nachhaltigen Hausbau ist, kann anhand dieses Gebäudes hervorragend gelingen. Das Ständerwerk eines Fachwerkhauses wurde seit eh und je immer aus nachwachsendem, heimischem Holz gefertigt (hier: Northeimer Wald, siehe auch dendrochronologisches Gutachten für das Fachwerk dieses Gebäudes), die Gefache wurden hier mit Lehm aus der Northeimer „Lehmkuhle“ verschlossen, verstärkt und gehalten durch Weidengeflecht von Northeimer Bäumen.

 

Klaus Amon sagt dazu (Zitat):

„Die CO2-Speicherfähigkeit und Langlebigkeit des Fachwerks bringt die Häuser von der Vergangenheit in die Jetztzeit, weil sie den direkten Vergleich in der Ökobilanz mit den derzeitigen Bautechniken ermöglichen“.

 

Da die gespeicherte Menge Kohlendioxid im Holz dauerhaft eingelagert ist, wird ein historisches Fachwerkhaus ein interessanter „Ökopartner“ der Gegenwart und Zukunft.

Die dargestellten möglichen Nutzungen können aber auch durchaus noch erweitert und ergänzt werden.

 

Für diese Nutzungen setzt sich der Verein „Leben am Northeimer Kirchplatz anno 1510 e.V.“ ein. Immer gern in enger Zusammenarbeit mit der Stadt Northeim. Insofern müssen für die unterschiedlichen Nutzungsmöglichkeiten auch Einnahmen neben Mitgliedsbeiträgen und Spenden erzielt werden.

 

Im notwendigen Neubauteil als Anbau oder Solitär sollte auch eine kleine Wohnung geschaffen werden, die entweder ständig an Personen vermietet werden kann, die Hausmeistertätigkeiten und kleine Unterhaltungsarbeiten leisten können oder temporär an interessierte Besucher oder andere Nutzer. Durch diese Mieteinnahmen sollen die Unterhaltskosten der Liegenschaft teilweise aufgebracht werden.

 

Da im Fachwerkhaus selbst keine heute notwendige sog. Infrastruktur vorgesehen ist, muss diese im wahrscheinlich zweigeschossigen Neubauteil untergebracht werden. Es handelt sich hierbei um Toiletten, Hausanschlussraum, Küche für Catering sowie ein Büro- und Besprechungsraum.

Ob sich alle Ideen und Überlegungen der Gründungsmitglieder tatsächlich realisieren lassen, wird das weitere Verfahren zeigen. Der beauftragten Voruntersuchung an das Büro „die Bauhütte Mühlhausen/Thüringen“ werden erste Tendenzen zur Gesamtrealisierung zu entnehmen sein.